Liebe Buam und Madln ...

Wer erinnert sich noch an diese Einleitung einer sonntäglichen Sendereihe mit Luis Trenker, der begleitet von luftschraubenartiger Gestik ´Gschichten´ in einer schwer verständlichen Sprache vortrug? Aus den hartkonsonantigen Wörtern, unterbrochen von stimmbruchartigen melodischen Lautäusserungen, stach zwischen ´Obiganga´ und ´Abiganga´ immer wieder das Wort ´Eupen´ hervor. Manchmal klang es auch wie ´Olpe´. Immerhin war aus dem kaum erschliessbaren erzählerischen Gesamtzusammenhang und den begleitenden Filmaufnahmen noch ersichtlich, dass sich die Geschichten in einer stark mitgenommenen Gegend zutrugen.

Erst ab der dritten Klasse Erdkunde war dann klar, dass sie nicht an der deutsch-belgischen Grenze liegen konnte und auch auch nichts mit dem Biggesee zu tun hatte. Mit ein wenig landsmannschaftlicher Umsicht in Sachen Aussprache und dem Diercke Schulatlas konnte man die Gegend mit den ´Alpen´ identifizieren.

Wer zur Brotzeit in Mailand oder München halt macht und sich richtigrum hinsetzt, kann übrigens schon aus der Ferne erblicken, welche Verheerung ein bisschen Plattentektonik anrichten kann. Daher sind auch so viele hohe Berge in den Alpen. So viele und so hohe, dass selbst der Rumäne nach dem Fall des ´Eisernen Vorhangs´ mittlerweile zugesteht, dass die Alpengegend besser als das Riesengebirge ist - obwohl letzteres zunächst mal sehr viel imposanter klingt.

Die alpine Welt stellt für die Menschen schon seit Herrn Ötzi ein natürliches und zugleich ausgesprochen ärgerliches Hindernis dar. Die Ablösung des Begriffs ´ärgerliches Hindernis´ durch ´Herausforderung´, sowie die fast gleichzeitige Erfindung von Engländer und Norwegerpullover bildete ein paar Tausend Jahre später die Voraussetzung dafür, dass sich eine Trendsportart herausbildete - das sogenannte Skihochtour Gehen.

Im Gefolge haben wir unsere Sektion so um 1980 als begeisterte Anhänger dieses Sports dann selbst gegründet. Das ist alles auch schon wieder mehrere entsorgte Generationen atmungsaktiver Coutures her und das ´Dach der Alten Welt´ hat mittlerweile manch zusätzlichen Knick in der Regenrinne erhalten.

Wir haben versucht im Namen unserer Sektion ein wenig vom ursprünglichen Mythos und von Luis zu erhalten. Erinnert der Name doch wehmütig an jene Abende in der Hüttenstube, wo die Wollsocken über dem Bullerofen zum Trocknen hingen und aus atmosphärischen Kompatibilitätsgründen zur olfaktorischen Schieflage ein jeder einen Haufen Kaasspatzn orderte.